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Hintergrund

Unter der Pflugsohle...

In Ackerböden beginnt der Unterboden unterhalb der Pflugsohle, in der Regel bei etwa 30 cm Tiefe, was der durchschnittlichen Bearbeitungstiefe in der konventionellen Landwirtschaft entspricht. Eine einheitliche Definition für die Untergrenze des Unterbodens existiert nicht, da dies auch davon abhängt, wie tiefgründig sich der Boden entwickelt hat, d.h. in welcher Tiefe sich das Ausgangsmaterial der Bodenbildung (Gestein oder Sediment) befindet.

Im Gegensatz zum Oberboden ist der Unterboden meist weniger stark durchwurzelt, humusarm, und kann, je nach Bodentyp, Verarmungs- und Anreicherungszonen verschiedener Stoffe aufweisen.

 

... verborgene Ressourcen

Obwohl es an der Pflugsohle häufig zu Verdichtung kommt, die den Nutzpflanzen das tiefere Wurzelwachstum erschwert, ist der Unterboden dennoch nicht „tot“. Er kann enorme Ressourcen an Nährstoffen und Wasser enthalten, die allerdings für Wurzeln und Mikroorganismen häufig nicht zugänglich sind, da sie zum einen nicht gleichmäßig verteilt, sondern lokal begrenzt sind und sich zum anderen auch häufig unter Schichten befinden, welche das Wurzelwachstum durch ihren Eindringwiderstand einschränken.

Kautz Abbildung

Abbildung aus Kautz et al. 2013, Soil Biology & Biochemistry

Außerdem besteht im Unterboden durch die geringen Humusgehalte die Möglichkeit der nachhaltigen Speicherung von CO2 aus der Atmosphäre, was zur Abschwächung des Klimawandels beiträgt. Es ist deshalb wichtig, den Unterboden zu kennen, und die darin ablaufenden Prozesse zu verstehen.

 
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